
Frédéric Chopin (1810-1849)
Konzert Nr. 1 für Klavier und Orchester, e-Moll, op.11
1. Allegro maestoso
2. Romance. Larghetto
3. Rondo. Vivace
Das Konzert für Klavier und Orchester in e-Moll schrieb Chopin 1830 als Zwanzigjähriger, fast zeitgleich mit dem Konzert in f-Moll.
Neben vielen kompositorischen Ähnlichkeiten der beiden Werke, ist die Inspiration für die Mittelsätze, die Liebe zur jungen Sängerin Konstancja Gladkowska hervorzuheben.
Eine so ausführliche Orchestereinleitung wie im e-Moll-Konzert hat Chopin kein zweites Mal geschrieben. In temperamentvoller Melancholie beginnt das Hauptthema der Sonatensatzform mit einem großen melodischen Bogen. Die Tonlage entsprichtder einer Sopranistin, unterstrichen wird diese bewusste Ähnlichkeit durch die Spielanweisung »cantabile« in der Partitur.
Der späte, aber wuchtige Einsatz des Klaviers gibt dem Solisten die Möglichkeit eines fulminanten Auftritts, wie man ihn von einem Virtuosen erwartet.
Im zweiten Satz wird Chopins lyrische Empfindungs- und Gestaltungsgabe deutlich. Hier offenbart sich Chopin als echter Romantiker und entsprach damit den allgemeinen Vorlieben der Zeit, in der emotionsreiche Kompositionen sehr beliebt waren.
Chopin stand noch am Anfang dieser Entwicklung, erstaunte aber bereits mit kühnen harmonischen Wendungen, einer sehr eigenen Melodik und neuen Rhythmen.
Mit einem temperamentvollen, polnischen Tanz, dem Krakowiak, endet das Konzert.

Johannes Brahms (1833-1897)
Sinfonie Nr.2, D-Dur, op.73
1. Allegro non troppo
2. Adagio non troppo - L'istesso tempo, ma grazioso
3. Allegretto grazioso (Quasi Andantino)
- Presto man non assai - Tempo I
4. Allegro con spirito
Die zweite Sinfonie stammt aus Johannes Brahms Zeit in Wien, in der er als freischaffender Künstler tätig war.
Ganz im Gegensatz zu seiner ersten Sinfonie, die 15 Jahre reifte, bis sie zum endgültigen Abschluss kam, komponierte Brahms die zweite Sinfonie, in Anlehnung an Beethovens 6. Sinfonie als »Pastorale« bekannt, vornehmlich im Jahre 1877.
Der Ernst ist zweifellos ein Merkmal der Brahms’schen Musik, doch gibt es auch Werke, in denen Freude und Frohsinn zum Ausdruck gebracht werden – die zweite Symphonie zählt dazu.
Ein unscheinbarer Sekundwechsel der Streicherbässe ist die wichtige thematische Zelle des gesamten Werkes. An diese Keimzelle, schließt das Hauptthema des ersten Satzes, entwickelt aus einem zerteilten D-Dur-Dreiklang, an. Die aufkommende Stimmung ist gut mit einer sonnendurchfluteten Gegend assoziierbar.
Brahms selbst meinte, diese Symphonie sei »so heiter und lieblich«, als sei sie »extra für ein jungvermähltes Paar« geschrieben.
Ein etwas schwierig zu erfassender Satz ist der langsame zweite – es gibt nur wenig ausgeprägte Melodien.
Im dritten, originellen Satz spielt die Oboe das Satz bestimmende Hauptthema an, das auf dem dritten Viertel mit Vorschlag versehen und von den Celli pizzicato umspielt wird.
Ein glanzvoller Schlusseindruck wird dann schließlich im letzten Satz durch tonleiterartige Skalen hervorgerufen, die zum strahlend erklingenden Seitenthema in den Trompeten führen. Das Bekenntnis zur Natur findet damit seinen krönenden Abschluss.
Brahms gilt heute als der erste bedeutende Sinfoniker nach Ludwig van Beethoven. Von seinen insgesamt vier Sinfonien wird die zweite am häufigsten gespielt.
